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06. März 2026

Wenn ein Festival zum zweiten Mal stattfindet, beginnt aus einer Idee eine erkennbare Gestalt zu wachsen. Musik:Arte versteht sich als ein Ort, an dem Musik nicht nur erklingt, sondern Beziehungen herstellt: zwischen Werken, die einander spiegeln und aufeinander antworten, zwischen Menschen, die im Konzertsaal nicht nur zuhören, sondern entdecken, sowie zwischen Kunst und Alltag, der durch besondere Momente unerwartet weit wird.

Nach einem Schwerpunkt auf dem Fado im vergangenen Jahr richten wir den Blick in der zweiten Edition bewusst neu aus. In der diesjährigen Osterwoche wird das Programm sowohl von Klavier- und Streicherklängen als auch von der vielseitigen Klangwelt der Holz- und Blechblasinstrumente geprägt. Mehr Bläser, mehr klangliche Kontraste und eine grössere stilistische Vielfalt öffnen den Raum für neue Hörerfahrungen.

Das Eröffnungskonzert stellt Beethovens und Mozarts Es-Dur-Quintette wie zwei Spiegel nebeneinander: vertraut und doch eigenständig. Dvořáks Klavierquintett in A-Dur erweitert den Klangraum anschliessend zur slawisch gefärbten Spätromantik.

Der Ostersonntag beginnt in der Kapelle St. Sebastian mit Bachs „Chaconne“ – einer stillen, konzentrierten Einladung zur Einkehr, die in besonderer Weise zum österlichen Gedanken von Sammlung und Neubeginn passt. Darauf folgen Werke von Mozart und Dvořák in selten zu hörenden Kammermusik-besetzungen, bei denen das Gespräch zwischen den einzelnen Stimmen im Mittelpunkt steht.

Schuberts „Forellenquintett“ und Beethovens Septett in Es-Dur entfalten mit ihrem farbigen Klangspektrum und Miteinander einen Serenadencharme, der mit jeder Variation noch ausgeprägter wird.

Mit dem Sárközy Collective schlagen wir bewusst eine Brücke in eine andere Klangwelt: Roma-Traditionen treffen auf Klassik, Jazz sowie Folk und erinnern daran, dass Musik dort lebendig bleibt, wo sie Grenzen hinterfragt und überschreitet.

Im Abschlusskonzert kehrt die Klarinette zurück ins Zentrum. Brahms und Dohnányi zeigen unterschiedliche Sichtweisen auf Abschied und Neubeginn – zwei Variationswelten, die nachklingen und eine abwechslungsreiche musikalische Woche beschliessen.

Mir ist wichtig, dass Sie sich in diesen musikalischen Begegnungen wiederfinden können: vielleicht in der Ruhe eines langsamen Satzes, vielleicht in der Kraft eines energischen Finales oder im überraschenden Farbenreichtum einer seltenen Besetzung. Musik:Arte lädt Sie dazu ein, eigene Erinnerungen und Fragen mitzubringen, damit das Festival seine eigentliche Wirkung entfalten kann.

Ich freue mich darauf, Sie in Nendeln zu begrüssen und mit Ihnen diese vielseitige und berührende Osterwoche zu erleben. Wer sich auf mehrere Abende einlässt, wird spüren, wie sich ein roter Faden durch das Programm zieht – und wie jedes Konzert das nächste auf besondere Weise vorbereitet.

Ihre
Sara Domjanić

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